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Guten Tag

Als unser Redaktor Fabian Straessle im April aufdeckte, wie Parlamentsmitglieder ihren politischen Einfluss für Beratungsdienstleistungen verkaufen, dachte ich: Das ist ein Skandal. Was mich dann noch mehr überraschte, war der ausbleibende Aufschrei.

Solche Geschichten zeigen, warum es Lobbywatch braucht: ein waches Auge, eine starke Stimme, eine Instanz, die der Politik auf die Finger schaut. Dass diese Arbeit seit 12 Jahren möglich ist, verdanken wir Mitgliedern wie Ihnen. 

In diesem Newsletter blicke ich auf ein arbeitsreiches erstes Halbjahr zurück, stelle Ihnen zwei neue Vorstandsmitglieder vor und zeige Ihnen, wie Sie Lobbywatch in die zweite Jahreshälfte begleiten können.

Die letzten Monate im Überblick

Unsere Recherchen decken Missstände in der Politik auf!

Ende 2025 veröffentlichten wir unseren Transparenzbericht: Drei Viertel aller Parlamentsmitglieder verweigern die vollständige Offenlegung ihrer Nebeneinkünfte. Nur jedes vierte Ratsmitglied legt alle Einkünfte aus bezahlten Mandaten offen. Der Bericht wurde über 100 Mal in Medien aller vier Sprachregionen aufgegriffen. Auf Social Media erreichten unsere Erklärvideos dazu bis zu 40'000 Personen pro Video.

Im Frühling zeigten wir, wie das Parlamentsmandat zum Geschäftsmodell wird: 41 Ratsmitglieder halten aktive Mandate im Bereich Consulting und PR — und verkaufen dabei politischen Zugang, ohne ihre Kunden offenlegen zu müssen.

Im Mai dokumentierten wir ein strukturelles Problem, das bisher kaum beachtet wurde: Anwält:innen im Bundeshaus entscheiden selbst, ob ihre Mandate mit ihrer politischen Rolle kollidieren — und müssen diese nicht offenlegen. Jedes fünfte Parlamentsmitglied hat einen juristischen Abschluss; in den Rechtskommissionen sind es rund zwei Drittel.

Und erst kürzlich haben wir die Abstimmungsbudgets 2025 analysiert: Sieben von zehn Franken stammten von Verbänden. Ein einziger — der Hauseigentümerverband — bestritt 44 Prozent aller Kampagnenbudgets des gesamten Jahres. 

Lobbywatch schafft Transparenz – dank Ihnen

Diese Arbeit ist nur möglich, weil Sie mit an Bord sind. Danke für Ihre Unterstützung. Gemeinsam sind wir eine starke Stimme für mehr Transparenz. 

Verstärken Sie unsere Stimme. Empfehlen Sie uns weiter! Schicken Sie diesen Link zur Newsletteranmeldung an fünf Bekannte, die sich für Schweizer Politik interessieren.

Neue Vorstandsmitglieder

An der Mitgliederversammlung im Mai wählten Sie einen neuen Vorstand. Wir freuen uns, mit Doris Graf, Theres Waegli und Selma Cadot drei engagierte Persönlichkeiten bei Lobbywatch willkommen zu heissen. Gleichzeitig verabschieden wir uns von Etienne Kocher und Quentin Schlapbach, die den Verein über zwei Jahre mitgeprägt haben. Wir danken ihnen herzlich für ihr Engagement.

Doris Graf

Doris Graf stellte als Journalistin bei SRF und beim Beobachter jahrelang kritische Fragen. Später wechselte sie in die Philanthropie, wo sie als Fundraising-Expertin gemeinnützige Organisationen zu finanziellem Erfolg führte. Diese Erfahrung bringt sie nun als Vorstandsmitglied bei Lobbywatch ein.

«Welche Interessen bestimmen die Politik? Dank Lobbywatch wissen wir mehr darüber. Diese Transparenz ist zwingend, damit Bürger:innen wählen und entscheiden können. Die Organisation ist in einer spannenden Wachstumsphase mit einem erfahrenen und professionellen Team. Da wirke ich gerne mit.»
 

Theres Wägli

Theres Wägli studierte Arbeits- und Organisationspsychologie sowie Betriebswirtschaft an der Universität Bern. Ihre berufliche Laufbahn führte sie in verschiedene leitende Funktionen der Personal- und Organisationsentwicklung. Nun unterstützt sie Lobbywatch in diesem Bereich.

«Ich lernte Lobbywatch an einem Spaziergang kennen und war sehr beeindruckt vom grossen Engagement der freiwilligen Mitarbeitenden. Dies weckte in mir das Bedürfnis, einen Beitrag für mehr Transparenz zu leisten.»
 

Selma Cadot

Selma Cadot hat Biologie studiert und forscht bei Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für die landwirtschaftliche Forschung, zu Alternativen zu Pestiziden und deren Wirksamkeit. Bei Lobbywatch bringt sie ihr Wissen zu Landwirtschafts-Lobbying ein und vertritt die Romandie. 

«Die Schweiz ist in besonderem Mass auf eine gut informierte Bevölkerung angewiesen. Als direkte Demokratie lebt sie davon, dass Stimmbürger:innen die politischen Zusammenhänge und die dahinterstehenden Interessen kennen und kritisch einordnen können. Transparenz ist dafür eine zentrale Voraussetzung.»
 

Im Namen des ganzen Lobbywatch-Teams bedanke ich mich herzlich für Ihre Unterstützung!

Beste Grüsse,
Reto Naegeli
Geschäftsleitung

Der Verein Lobbywatch.ch ist die einzige unabhängige Kontrollstelle für Lobbyismus im Bundeshaus. Lobbywatch lebt von den Spenden unserer über 527 Mitglieder. Werden Sie jetzt Mitglied!
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